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Der Film A Private War basiert auf einem Artikel aus 2012 von Marie Brenner in der Vanity Fair mit dem Titel „Marie Colvin’s Private War“.

Er erzählt die tragische Lebensgeschichte von Marie Colvin, einer amerikanischen Journalistin der Sunday Times, die für ihre Reportagen in die gefährlichsten Krisengebiete der Welt reist. Bei Recherchen über das Leid der Bevölkerung Sri Lankas in 2001 während der „Tamil Tiger“-Revolution wird Colvin durch das Feuer von Regierungstruppen schwer verletzt. Sie verliert ihr linkes Auge und trägt fortan eine Augenklappe, die zu einer Art Markenzeichen wird.

Trotz einer gesichert diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung reist sie weiterhin in Kriegsgebiete wie z.B. den Irak und Libyen. Ihre journalistischen Erfolge, die sie in Zusammenarbeit mit dem Kriegsfotografen Paul Conroy erzielt, werden immer wieder überschattet durch Alkoholexzesse und wechselnde Beziehungen, mit denen sie sich in der Zeit zwischen den Einsätzen zu betäuben scheint. In den Krisengebieten ist sie dagegen voll konzentriert und „sie selbst“, wie eine Freundin später sagen wird.

Im Februar 2012 beschließen Conroy und Colvin, nach Homs in Syrien zu reisen, um die unfassbare Not Tausender Männer, Frauen und Kinder zu dokumentieren, die durch die ständigen Angriffe von Assads Regierungstruppen auf die Stadt Homs dem sicheren Tod entgegen sehen, ohne dass die internationale Staatengemeinschaft dem Einhalt gebietet. Marie Colvin schildert die unsäglichen Zustände aus einem schon zum Großteil zerstörten Gebäude live über CNN, obwohl die Regierungstruppen das verwendete Satellitentelefon orten und wahrscheinlich angreifen werden. Im darauf folgenden Artilleriebeschuss werden Marie Colvin und der mitgereiste Fotograf Rémi Ochlik getötet. Paul Conroy überlebt schwer verletzt. Der Film schließt mit einem Filmzitat der echten Marie Colvin: „Du wirst nie dorthin gelangen, wohin du gehst, wenn du Angst anerkennst“.

Beim Abspann läuft der Song „Requiem For A Private War“ von Annie Lennox.

Klare Empfehlung! Ein Film, der – wie schon „Steven Silvers „Bang Bang Club“ – das Metier der Kriegsberichterstatter – gleich ob Text- oder Bildreporter – schonungslos realistisch und ohne Glorifizierung abbildet und dabei die Bedeutung und Unverzichtbarkeit dieser Arbeit deutlich macht.

Regie: Matthew Heineman, Darsteller: Rosamund Pike, Jamie Dornan, Tom Hollander, Stanley Tucci

ASIN: B07MTJMFDF (BluRay)

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Da geht mir doch glatt ein Licht auf!

Zufällig über ein Foto mit einer zur Lampe umgebauten Spiegelreflexkamera „gestolpert“ habe ich etwas recherchiert und bin bei Johannes von
photoscrubs.com fündig geworden. Er hat die leicht verständliche Bauanleitung für eine solche Lampe gepostet und ich hab’s einfach mal probiert, sie nachzubauen…

Irgendwo in einer Schublade schlummerte noch das Gehäuse einer alten analogen Nikon F401x. Ich weiss nicht mehr, was mich damals geritten hat, diesen „dunklen Fleck“ auf Nikons weißer Weste zu kaufen, aber nun bot sich endlich eine Gelegenheit zur sinnvollen Nutzung… Eine Lampenfassung E27 mit Kabel und Schalter sowie eine LED-Leuchte mit Kopfverspiegelung (damit’s nicht blendet) waren für kleines Geld schnell gekauft und ein ausrangiertes kleines Cullmann-Stativ sollte die ganze Konstruktion „standfest“ machen.

Kurz und knapp: nach etwas Bastelei (Entfernung der Gehäuse-Innereien, Durchführung des Kabels durch das Film-„Fenster“, Fixierung der Lampenfassung im dafür ausgesägten Gehäusedeckel usw.) stand die „Cam Lamp“ betriebsfertig vor mir und… leuchtete, dass es eine Pracht war!

Ein echter DIY-Tipp für Fotografen, die noch ein altes Kamera-„Schätzchen“ ‚rumliegen haben…. oder eins für ein paar Euro auf dem Flohmarkt ergattern. Mir hat’s jedenfalls Spaß gemacht!

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Durch einen Hinweis aus dem Freundeskreis wurde ich auf den Wettbewerb um den Wuppertaler Fotopreis 2018 aufmerksam. Thema war „Mein Viertel“. Der Wuppertaler Fotopreis wird gemeinsam von der Volksbank im Bergischen Land eG, dem Druckhaus Ley + Wiegandt sowie der Wuppertaler Rundschau organisiert.

Da der Einsendeschluss kurz bevor stand, schnappte ich mir die Kamera und begann, das Luisenviertel in Wuppertal nach geeigneten Motiven zu durchsuchen. Ich wählte dieses Viertel, weil es als Wuppertals „Altstadt“ und als Ort der vielseitigen kleinen Läden und gemütlichen Gastronomiebetriebe bekannt ist. Auch als Nachbarstädter (aus Remscheid) zieht es mich immer gern dort hin, z.B. zur Weihnachtszeit oder zum beliebten Luisenstraßenfest.

Ein spezielles Motiv hatte ich bereits im Kopf, weil es mir schon früher als origineller Beitrag zur Verkehrsberuhigung vor einem immer gut frequentierten Biergarten aufgefallen war und – wie ich glaube – etwas von der lockeren und angenehmen Stimmung im Viertel transportiert. Letztlich wurde es dann auch mein Wettbewerbsbeitrag:

Einige Wochen später – die Überraschung: mein Bild war angenommen und aus über 200 Einsendungen unter die ersten 12 gewählt worden. Das heisst, es wird im Fotopreis-Kalender 2019 abgedruckt! Zu den extra prämierten Plätzen 1-3 hatte es zwar nicht gereicht, aber das tat meiner Freude keinen Abbruch. Zumal jeder Finalist zur Siegerehrung im Haus des Druckhauses Ley + Wiegandt eingeladen wurde, sein Bild im Großformat mitnehmen konnte und auch noch ein Paket mit 10 Fotopreiskalendern und Motivpostkarten zugesandt bekam.

Der Fotopreis ist ein toller Wettbewerb, der individuelle Sichten auf Wuppertal präsentiert und ein guter Anlass ist, sich bewusster mit den schönen Seiten Wuppertals zu befassen und diese ins Bild zu setzen.

Klare Teilnahmeempfehlung für Wuppertaler und Wuppertalfreunde!

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Grundlage des Films Bang Bang Club ist die Autobiographie der Fotojournalisten und Kriegsfotografen Greg Marinovich und João Silva, die als Teil einer Gruppe von Kriegsfotografen den Niedergang der Apartheid von 1990 bis 1994 als Pressefotografen miterlebten und dokumentierten. Nach ersten internationalen Erfolgen (Pulitzer-Preis) wurde die Gruppe in einem südafrikanischen Magazin als „Bang Bang Club“ bezeichnet, ein Spitzname, der lautmalerisch (Schussgeräusche) Bezug nimmt auf die Arbeits- und Lebensumstände der Fotojournalisten in diesem Umfeld.

Der Film beschreibt deutlich die Ambivalenz der Situation, in der sich die jungen Fotografen befinden.

Sie sind bei ihrer Arbeit dem Grauen der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Inkhata und ANC z.T. unter eigener Lebensgefahr ausgesetzt und können in der wenigen Zeit abseits der Kämpfe oft nur im Rausch „abschalten“, ohne die Bilder von Gewalt und Tod wirklich dauerhaft los zu werden. Sie werden für Ihre schockierenden Fotos mit Geld und Auszeichnungen belohnt aber auch mit den Angehörigen der Opfer konfrontiert und den Vorwürfen, vom Leid Anderer zu profitieren. Einige der Fotografen werden verwundet, getötet oder zerbrechen an der psychischen Belastung.

Die Protagonisten werden keinesfalls als moralisch unzweifelhaft dargestellt, ihre Arbeit und damit die Rolle der Presse in Krisenregionen wird kritisch und schonungslos abgebildet. Eine wichtige, neue Perspektive, Krieg im Film zu dokumentieren.

Klare Empfehlung!

Wer lieber das Buch liest (hab‘ ich noch vor…): „Der Bang-Bang Club: Schnappschüsse aus einem verborgenen Krieg“ von Greg Marinovich u. Joao Silva (2015, Verlag Das Wunderhorn, ISBN-10: 3884234870, ISBN-13: 978-3884234877)

Einem der Autoren der Buchvorlage, João Silva, wurde ein Kapitel in dem von mir empfohlenen Buch Bilderkrieger gewidmet.

Regie: Steven Silver, Darsteller: Ryan Phillippe, Malin Akerman, Taylor Kitsch u.v.A.m.
ASIN: B0058M71TS (BluRay)

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Bisher habe ich unter willart.de meine Fotos als auch meine Informationen, Kommentare, Buch-, Film- und Technik-Tipps sowie kleine Tutorials rund um die Photographie veröffentlicht. Da die dort genutzte Software koken (eine kostenloser Webseitengenerator für Fotografen, Designer und Creative) für die Bilddarstellung optimiert ist, suchte ich nach einer schlichten aber leistungsfähigen Oberfläche für Textbeiträge. Dies ist mir mit textpattern (einem ebenfalls freien Blog- und Content-Management-System) gelungen. Damit sind Blogbeiträge schnell und übersichtlich zu gestalten, besser als in der Bildgalerie je möglich.

Somit kann ich „best of both worlds“ nutzen…

LG, WillArt

P.S.:
Die bisherigen Beiträge habe ich datumsgerecht einsortiert…

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