Film-/Videotipp

Minamata (GB, 2020)

Der Film Minamata von Regisseur Andrew Levitas ist ein ergreifendes Biopic und Umweltdrama, das die wahre Geschichte des berühmten amerikanischen Kriegsfotografen W. Eugene Smith (gespielt von Johnny Depp) im Jahr 1971 erzählt.

Der Film beginnt, als Smith, ein ausgebrannter und desillusionierter Fotograf, der von seinen Kriegserlebnissen geplagt wird, in einem kreativen und persönlichen Tief steckt. Er wird von der japanischen Übersetzerin Aileen (Minami) und dem Herausgeber des Life Magazins, Robert Hayes (Bill Nighy), überredet, in das japanische Küstendorf Minamata zu reisen. Die dort ansässige Bevölkerung leidet seit Jahren unter den verheerenden Folgen einer Quecksilbervergiftung, verursacht durch die Umweltverschmutzung des mächtigen Chisso-Chemiekonzerns.

Smiths Auftrag ist es, die Missstände zu dokumentieren. Vor Ort muss er sich das Vertrauen der misstrauischen, leidenden Gemeinschaft hart erkämpfen. Er wird Zeuge des Leidens und der schamlosen Vertuschung und Korruption durch das Unternehmen. Die Fotos, die er unter hohem persönlichen Risiko aufnimmt – insbesondere das ikonische Bild „Tomoko Uemura in Her Bath“ – werden zu einem mächtigen Werkzeug im Kampf der Aktivisten gegen den Konzern und tragen dazu bei, die „Minamata-Krankheit“ (eine neurologische Erkrankung) weltweit bekannt zu machen.

Minamata ist ein ergreifendes Drama, das eine historische Tragödie und die Bedeutung des Fotojournalismus im Kampf um Gerechtigkeit würdigt. Trotz einiger dramaturgischer Vereinfachungen und der Verschiebung des Fokus auf den westlichen Protagonisten, ist der Film aufgrund seiner wichtigen, aufrüttelnden Geschichte und Johnny Depps engagierter Leistung absolut sehenswert und erinnert daran, dass der Kampf gegen die Skrupellosigkeit von Umweltzerstörern zeitlos ist.

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